Kunst und Natur vereint zu einer Leidenschaft 


Die beste Mam der Welt hiess Christine Hänni. Ihre grosse Leidenschaft galt der Kunst. In feinster, naturnaher Aquarell-Mischtechnik malte sie Tiere, Pflanzen und Landschaften und brachte dabei ihre besondere Liebe zur Natur zum Ausdruck. Über die Jahre entstand eine beachtliche Anzahl an Bildern, Jahreskalendern, Kunstkarten und bemalten Holzgegenständen. Mit Tiere in Wald und Bergen fand ihr künstlerisches Schaffen schliesslich auch seinen Weg in ein Bilderbuch.

Von frühester Kindheit an war meine Mam von der Natur fasziniert. Im elterlichen Garten fühlte sie sich wohl und geborgen. Alles, was gedieh und sich im Wechsel der Jahreszeiten unterschiedlich zeigte, zog ihre Aufmerksamkeit an. «Die überwältigenden Farbkombinationen der Natur finde ich alle schön», sagte sie.

Damit mag sie recht haben. Die Schönheit der Natur vermag Menschen auf besondere Weise zu berühren. Sie ist nicht nur Erholungsraum und Kraftquelle. Ihre Vielfalt, ihre Farben und ihre unzähligen kleinen Details führen mich immer wieder zu dem Gedanken, dass hinter all dieser Pracht ein wunderbarer Schöpfer steht, der alles orchestriert.

Mit Pinsel und Farbe brachte meine Mutter Tiere und Pflanzen in all ihren Feinheiten zu Papier. Ihre Inspiration fand sie draussen in der Natur, wo sie sich Zeit nahm, Fauna und Flora aufmerksam zu beobachten. Ein Gedanke von ihr ist mir besonders geblieben:

«Es ist unglaublich, auf wie viele Details man stösst, wenn man sich Zeit nimmt, am Wegesrand genauer hinzuschauen. Nur wer nicht in Eile ist, vermag den ausserordentlichen Reichtum der Natur zu entdecken und kann sich an deren Einzelheiten erfreuen. Wir können den Weg entlanglaufen, ohne auch nur eine einzige Blüte zu sehen. Doch wir brauchen nur den Kopf etwas zur Seite zu neigen, um eine Blume bestaunen zu können. Wer ständig in Eile ist, begegnet niemandem, auch sich selber nicht.»

Das Malen begleitete meine Mutter über viele Jahre. In dieser kreativen Tätigkeit konnte sie in eine lebendige und leichte Welt eintauchen, die sie zurück in den Garten ihrer Kindheit führte. Sie schenkte ihr neue Energie und war zugleich ein wertvoller Ausgleich zu einem Familienalltag, der durch die chronische Krankheit ihrer Söhne immer wieder von grossen Herausforderungen geprägt war.

Was malte meine Mutter am liebsten?

 

Ein eigentliches Lieblingssujet hatte sie nicht. Besonders gerne malte sie jedoch frühlingshafte Landschaften mit Blau- und Kohlmeisen. Beim Frühlingserwachen begeisterten sie Narzissen, Krokusse und Tulpen – Motive, in denen ihre Liebe zur Natur und ihr Blick für die kleinsten Details besonders schön sichtbar werden.

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